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Tag der seelischen Gesundheit 2020

* Liebe Leserinnen und Leser,

am Samstag, dem 10. Oktober, ist:

Tag der seelischen Gesundheit

Dieser Tag wurde 1992 von der World Federation for Mental Health (WFMH) ins Leben gerufen um findet jährlich am 10. Oktober statt.

Ziel ist es, auf die Belange von psychisch erkrankten Menschen aufmerksam zu machen und Klischee-Denken: „alle in eine Schublade zu packen“ gegenüber den Erkrankten abzubauen.

In Deutschland leidet mittlerweile fast jeder dritte Bürger einmal in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung, wobei anfangs in vielen Fällen nur sehr unklare Symptome auftreten. 

Das frühzeitige Erkennen, ob etwas nicht stimmt und sich professionelle Hilfe zu holen, spielt eine große Rolle für einen positiven Krankheitsverlauf.

 

Darüber hinaus ist entscheidend Belastungsfaktoren im persönlichen Umfeld möglichst zu vermeiden und psychischen Erkrankungen gezielt vorzubeugen.

Psychische Erkrankungen, allen voran Angsterkrankungen, und Depressionen sowie Alkohol– und andere Suchterkrankungen, gehören zu häufigsten Erkrankungen in unserer Gesellschaft. Tendenz ständig steigend.

Durch Stress am Arbeitsplatz und ebenso durch die Angst vor einem Jobverlust nehmen seelische Belastungen und daraus resultierende Erkrankungen zu.

In den letzten Jahren ist der Anteil psychischen Beschwerden und Erkrankungen wie Depressionen, Angstzustände oder Erschöpfungssymptome als Grund für Arbeitsausfall deutlich angestiegen.

Inzwischen entfällt darauf knapp jeder zehnte Krankheitstag.

Damit hat sich seit 1994 die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle, die auf psychische Erkrankungen wie Burnout zurückgehen, verdoppelt.

Vor allem dauern die Ausfallzeiten psychisch erkrankter Arbeitnehmer im Schnitt wesentlich länger an als bei anderen Erkrankungen.

Dazu trägt auch die immer flexibler werdende Arbeitswelt bei:

Jederzeit und überall arbeiten zu können, bietet zwar die Chance, selbst bestimmt zu arbeiten und die Anforderungen von Beruf und Privatleben besser aufeinander abstimmen zu können. Doch birgt zu viel berufliche Flexibilität auch das Risiko einer enormen psychischen Belastung und Überforderung der Mitarbeiter!

Die meisten Menschen mit einer psychischen Erkrankung können effektiv behandelt werden. Das Problem ist jedoch, dass häufig die Angst vor einer Stigmatisierung verhindert, dass gezielte Hilfe in Anspruch genommen wird

 Das Aktionsbündnis „Seelische Gesundheit“ ist eine bundesweite Initiative, welche vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird. Zu den rund 80 Mitgliedsorganisationen zählen auch die Selbsthilfeverbände für Betroffene und Angehörige von psychisch Erkrankten, sowie Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik, welche sich gemeinsam für offenen und toleranten Umgang mit Menschen , welche an psychischen Erkrankungen leiden, den Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung, einsetzen.

In diesem Jahr lautet das Motto

„Mit Kraft durch die Krise!

Gesund bleiben – auch psychisch.“

2020 sind ja erschwerend die psychischen Auswirkungen der Corona-Krise dazugekommen.

Nun sind wir ja bereits im letzten Quartal des Jahres 2020 angekommen. Einem Jahr voller Veränderungen überall auf der Welt. Besonders einschneidend ist natürlich das neue Virus, das uns immer noch begleitet und unser komplettes Leben in sämtlichen Bereichen verändert.

Die Pandemie beeinflusst nicht nur unser Privatleben, auch die Arbeitsstrukturen haben sich geändert. Die Digitalisierung dient uns dabei als eine Art Rettungsanker, ermöglicht das Home Office, ist unser Draht zur Außenwelt und dient zur Absicherung unserer Gesundheit.

Doch nicht nur die körperliche Gesundheit ist von Corona betroffen, sondern auch die seelische und die ist beileibe nicht zu unterschätzen. Das möchte der heutige internationale Tag der Seelischen Gesundheit nochmal eindeutig ins Gedächtnis rufen.

Die Stiftung für Seelische Gesundheit förderte 2017 die Berliner Woche der Seelischen Gesundheit. Diese fand vom 9. bis 15. Oktober 2017 unter folgendem Motto statt:

„Seelische Gesundheit in der digitalen Welt“

Das Internet hat nicht nur das Arbeitsleben, den Alltag und die Gewohnheiten der Menschen verändert, sondern auch deren Wahrnehmungen, Gefühle und den zwischenmenschlichen Kontakt. Diese Veränderungen sind tief greifend und umfassen nahezu sämtliche Lebensbereiche. 

Menschen aller Altersgruppen, nicht nur Jugendliche!, haben ihre Kommunikation weitgehend auf Facebook, Instagram oder Twitter verlagert. Und die rein virtuellen Kontakte ersetzen immer häufiger die Begegnungen in der realen Welt.

Aber wie wirkt sich diese digitale Dauerpräsenz auf die seelische Balance der Nutzer und deren Sozialverhalten aus?

Welche Rolle spielen Cyber-Mobbing bzw. Internet- und Spielsucht im Leben dieser Menschen?

Diese Menschen und ihre Angehörigen müssen über konkrete Möglichkeiten zur Erhaltung und Stärkung der psychischen Gesundheit informiert werden.

Daneben sollten die Kompetenzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gesundheitsberufen in Bezug auf psychische Gesundheit verbessert werden, damit etwa der Hausarzt Depressionen adäquat diagnostizieren und behandeln kann oder die Pflegekraft frühzeitig Anzeichen psychischer Erkrankungen bemerken.

Es gilt Berührungsängste abzubauen und Betroffene sowie deren Angehörige in das Hilfe- und Unterstützungsnetz einzubinden.

Ich persönlich appelliere für eine Gesellschaft, die offen und tolerant mit psychischen Erkrankungen umgeht und in diesem Sinne wünsche ich uns allen von Herzen gerne die nötige Einsicht und das richtige Händchen

Euer „alter“ Mann

Werner Heus

 

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