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Gibt es nachhaltige Rituale zu Silvester?

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Eine Sache rund um den Jahreswechsel kennen wir wahrscheinlich alle zur Genüge: die guten Vorsätze für das neue Jahr. Wobei das spannendste dabei doch nur der Zeitpunkt im neuen Jahr ist, wo wir sie dann ganz geflissentlich wieder über den Haufen werfen. Die Frage, die sich mir da spontan gestellt hat, ist: Gibt es nachhaltige Rituale zu Silvester?

In den 1960er und 1970er habe ich mit meinen Großeltern zu Silvester immer Blei gegossen. Dabei wird das Blei über einer Flamme erhitzt und dann ganz schnell in kaltes Wasser gegossen, um auszukühlen. Der Effekt ist, die dabei entstandenen Formen oder Figuren zu deuten. Das soll einen Blick auf das, was im neuen Jahr passiert, ermöglichen. Das Blei selbst steht dabei für alles Belastende und Komplikationen, die im alten Jahr zurückbleiben sollen.

Aus gesundheitlichen Gründen empfehle ich jedoch das Gleiche mit Wachs zu machen.

Ganz ehrlich: Ich habe dabei niemals eines dieser merkwürdigen „Kunstwerke“ auch nur annähernd deuten können. Und Ihr wisst, dass ich über eine gehörige Portion Fantasie verfüge. Mit meinen eigenen Kindern habe ich diesen Brauch nicht fortgeführt.

Wachsgießen zu Silvester

GlücksbringerWas mich persönlich wesentlich mehr berührt, sind die diversen Glücksbringer. Sie sehen überwiegend gut aus, erzeugen gute Laune und unterstreichen die Hoffnung, die man nie verlieren sollte, einfach dadurch, dass man sie anschaut. Allen voran der Glücksklee, aber auch die Marzipanschweinchen und nicht zu vergessen die Schornsteinfeger!

Da Glück und Unglück ziemlich nahe beieinander liegen,

möchte ich vor einer Sache eindringlich warnen! Wenn Ihr im neuen Jahr nicht vom Unheil heimgesucht werden möchtet, dann lasst in der Silvesternacht die Finger von Eurer Wäsche.

Wäsche waschen und noch viel schlimmer Wäsche aufhängen, weckt laut einer Legende wütende Geister auf. Zur Wintersonnenwende verlassen die ihre Verstecke. Der Toten- und Kriegsgott Wotan und sein Geisterheer machen Streifzüge durch die Gärten. Und wenn sie dabei  in Wäscheleinen und Wäsche hängenbleiben, dann werden sie ausgesprochen wütend!

TOP-Tipp

Andererseits habe ich da einen echten TOP-Tipp für Euch:

Linsensuppe als GlücksbringerWenn Ihr im neuen Jahr finanziell gut aufgestellt sein möchtet, solltet Ihr unbedingt zu Silvester Linsensuppe auf Eurem Speiseplan haben. Dieser Brauch steht nämlich für Geldmünzen. Es ist ganz einfach, denn je mehr Linsen man isst, desto weniger finanzielle Probleme hat man im neuen Jahr zu befürchten.

 

Wer es zu Silvester lustig mag, da gibt es dann ja „Dinner for one„. Seit 1963 bringt Butler James alle Jahre wieder die Menschen zum Lachen. Ganz einfach dadurch, dass er sehr galant über einen Teppichtiger stolpert, während er Miss Sophie bei ihrem „Dinner for One“ bedient.

Wie in jedem Jahr feiert Miss Sophie ihren 90. Geburtstag mit ihren engsten Freunden: Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom. Da diese allesamt bereits verstorben sind, muss Butler James zusätzlich auch in deren Rollen schlüpfen

und präsentiert ein Schauspiel der absoluten Extraklasse.

Eine witzige Alternative ist es den Silvesterabend in Bildern festhalten, was sich ja im Zeitalter von hochwertigen Kameras in den Smartphones geradezu anbietet.

Ihr braucht dazu nur einige witzige Utensilien zum Verkleiden und „schwupp“ schon kann der Contest für das „witzigste Silvesterselfie“ starten.

Und da können selbst die Kleinsten schon teilnehmen! Für die besten Fotos legt ihr dann einfach ein „Silvester-Fotoalbum“ an, zwinker. In den folgenden Jahren könnt Ihr dann nachsehen, was ihr jedes Jahr so gemacht habt. Das wird ganz bestimmt eine schöne Erinnerung und Anlass für so manchen Schmunzler, getreu dem Motto: Lachen ist gesund!

Durch eine gute Freundin mit österreichischen Wurzeln habe ich Anfang der 2000er Jahre das Räuchern kennengelernt. Sie ist der festen Meinung, dass man ohne Räuchern das alte Jahr nicht abschließen und ein neues Jahr nicht ordnungsgemäß beginnen kann.

Sie räuchert immer in zwei Phasen.

In der ersten Phase, die an Silvester stattfindet, räuchert sie Salbei und Wacholder. Und das aus guten Grund, denn Wacholder vertreibt die schlechten Energien und bedrückende Gedanken, zudem reinigt und schützt er.

Salbei hingegen zeigt allem „Alten Kram“ den Weg nach draußen und schafft Raum für Neues.

Die zweite Phase findet dann erst am Neujahrstag statt. Bevorzugt räuchert sie dann mit Rosenweihrauch.  Und zwar das gesamte Haus, jedes Zimmer bis in jede einzelne Ecke hinein. Besonders wichtig ist es, immer gegen den Uhrzeigersinn zu räuchern.

Jedoch auch das Internet kann sich als hilfreich erweisen, denn im Gegensatz zu 1990er Jahren haben sich nach der Jahrtausendwende weitere interessante Möglichkeiten ergeben.

Im Jahr 2012 habe ich beispielsweise eine Möglichkeit entdeckt, wie ich mir selbst einen Brief, genauer gesagt einen elektronischen Brief, also eine E-Mail schreiben und zu einem ganz bestimmten Datum in der Zukunft zustellen lassen kann.

Das ist kein Scherz!

Bereits viele Jahre lang habe ich nun an Silvester einen Brief an mich selbst geschrieben. Dabei habe ich mir selbst Mut für das neue Jahr zugesprochen bzw. versucht zu machen und mir Glück auf allen meinen Wegen gewünscht. Manchmal habe ich mir sogar selbst Tipps gegeben, wie ich bestimmte Ziele möglicherweise erreichen kann.

Es war immer sehr spannend und teilweise sogar mehr als lustig diesen elektronischen Brief zu dem an Silvester selbst bestimmten Termin irgendwann in der Zukunft zu erhalten.

Wer Interesse hat, findet unter futureme.org alle Informationen, wie man eine Mail an sich selbst schreiben und mit einem Datum, welches in der Zukunft liegt, versehen kann. Egal, ob Tage, Wochen, Monate oder selbst Jahre, alles ist möglich. Das einzige kleine Manko ist, dass die Seite in englischer Sprache verfasst ist, aber sie erklärt sich eigentlich von selbst. Zur Not gibt es ja Programme, um sich die Seite in die Muttersprache übersetzen zu lassen, zwinker.

Gibt es nachhaltige Rituale zu Silvester?  Ich denke: ja!

Falls Ihr Euch fragt, ob ich das Feuerwerk vergessen habe? Nein, natürlich nicht, aber ich bin bereits seit ca. 30 Jahren der Meinung, dass wir aufgrund der Natur und besonders der Tierwelt auf Feuerwerk verzichten sollten! Als Alternative wäre ich mit einem Feuerwerk, dass von Experten organisiert und kontrolliert wird und an einem Platz, wo möglichst wenige Schäden entstehen können einverstanden.

Auch das Gläschen Sekt zur Begrüßung des neuen Jahres gönne ich allen, die nicht aus gesundheitlichen Gründen entbehren müssen, von Herzen gerne.

Mich persönlich macht da ein saftiger Pfannkuchen (Berliner), egal wie auch immer er gefüllt ist und eine schöner Cappuccino glücklich und zufrieden.

In dem Wissen, dass im wahrsten Sinne des Sprichwortes: „Jeder seines Glückes Schmied ist!„, wünsche ich Euch von Herzen gerne einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Für heute sage ich bis dann, ich hab Euch lieb

Euer „alter“ Mann

Werner Michael Heus

 

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