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Eine Rutschpartie ist lustig

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Marie Luise ist das, was man mit Fug und Recht als eine rheinische Frohnatur bezeichnen kann. Sie liebt, nein sie vergöttert den Kölner Karneval, ist aufgeschlossen und fast immer fröhlich. Bereits in jungen Jahren saß sie auf der Rutsche auf dem Spielplatz und sang aus voller Kehle ihr Lieblingslied: Eine Rutschpartie ist lustig.

Es war an Silvester, also dem 31. Dezember und somit dem letzten Tag des Jahres, als eine wirklich einzigartige Verkettung kurioser Ereignisse begann ihren Lauf zu nehmen.

Marie Luise war gut gelaunt in die Duschkabine gestiegen und hatte sich aus Anlass des Tages ganz besonders gut und gründlich eingeseift. Schließlich war ja heute Party angesagt und da galt es sich optimal vorzubereiten.

Als sie ihren doch sehr anmutenden Körper gerade von oben bis unten über und über mit einem wohlriechenden Duschgel eingeseift hatte, schwupp, da klingelte das Telefon. Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig, aber sie erwartete einen dringenden Anruf.

Ihr Sohn, der gerade seinen Wehrdienst angetreten hatte, wollte ihr noch Bescheid geben, ob er es zum Silvesterabend noch rechtzeitig nach Hause schaffen würde. Als das Telefon zum zweiten Mal klingelte, blieb ihr wohl oder übel nichts anderes übrig, als komplett von oben bis unten eingeseift aus der Dusche zu steigen.

Was sein muss, muss eben sein, dachte sie so bei sich. Aber es kam, was man schon beinahe ahnen kann, das, was kommen musste, getreu dem Motto:

Eine Rutschpartie ist lustig

Gleich bei ihrem ersten Versuch einen Schritt in Richtung Badezimmertür zu machen, rutschte sie auf ihren gut eingeseiften Füßen aus. Es macht einmal so richtig kräftig platsch und trieb ihr beinahe Tränen in die Augen. O la la, das würde mindestens einen schicken, dicken blauen Fleck auf dem Hinterteil geben. Ach, was solls?, dachte sie. Ce la vie, ce la wuppdich!

Natürlich hatte das Telefon inzwischen aufgehört zu klingeln, als Marie Luise sich endlich wieder in eine aufrechte Position zurückgekämpft hatte.

Um sich keiner weiteren Gefahr auszusetzen, duschte sie ganz in Ruhe zu Ende, bevor sie ihren Sohn zurückrief. Dieser teilte ihr nur mit, dass er es leider nicht schaffen würde, weil man ihn kurzfristig zu einem speziellen Dienst eingeteilt hatte.

Marie Luise war darüber sehr traurig, denn auch der letzte Besuch ihres Sohnes war für ihre gut ausgeprägten mütterlichen Gefühle viel zu kurz ausgefallen. Aus ihrer eigenen Jugendzeit wusste sie jedoch noch selbst, dass junge Leute immer im Stress sind. Als Fazit blieb da nur, dass sich der blaue Fleck also noch nicht einmal gelohnt hatte.

Was soll`s, dachte sie? Dann würde sie sich eben alleine einen schönen Silvesterabend machen. Das Mindeste, was sie dafür brauchte, waren ein paar leckere Krapfen oder Pfannkuchen, denn Berliner darf man ja bedauerlicherweise nicht mehr sagen.

Eine Rutschparty ist lustigAuf dem Weg zur Bäckerei dachte sie die ganze Zeit an ihren Sohn und so wie es früher  gewesen war, als er noch ein Jugendlicher war und seine Füße fast täglich noch bei ihr unter den Tisch gestellt hatte. Sie war so sehr in Gedanken, dass sie nicht genau auf ihre Füße achtete.

In ihren wundervollen Erinnerungen schwelgend, übersah sie dabei eine Kleinigkeit. Unmittelbar vor dem Eingang zur Bäckerei lag mitten auf dem Gehweg eine achtlos weggeworfene Bananenschale.

Es kam dann, wie es kommen musste!

Marie Luise rutschte wenig elegant auf der glitschigen Bananenschale aus und landete auf ihren Knien. Die Verkäuferin aus der Bäckerei kam sofort herbeigeeilt, um ihr wieder auf die Füße zu helfen. Nur mit Ach und Krach kam sie wieder auf die Beine.

Aber bekanntlich kommt ein Unglück ja selten allein. Alle Berliner, Krapfen und sogar die Pfannkuchen waren ausverkauft. Es gab nicht einmal mehr Schmalzgebäck oder sonst etwas, was eine Silvesterpartie kulinarisch aufwerten würde. Nichts da, nada, nitschiwo, alles weg.

KnickebeinNüchternes Fazit war also, dass auch der zweite Sturz an diesem Tag völlig umsonst war. In ihrer Handtasche fand sie noch eine Praline, die von Weihnachten übrig geblieben war. Es handelte sich um einen Knickebeinzapfen! Ach herrje, war das nun diese berühmt-berüchtigte Ironie des Schicksals?

Leicht geknickt ging sie zurück nach Hause. Sie fühlte sich einsam, der Popo und die Knie taten weh und das Schlimmste war, dass keiner da war, dem sie davon hätte erzählen können.

Marie Luise setzte sich zu Hause vor den Fernseher, um Dinner for One zu gucken. Draußen hatte es begonnen zu schneien. Es war gut, dass sie heute nicht mehr rausmusste, dachte sie.

Genau in diesem Moment klingelte es an der Tür. Marie Luise stand auf, öffnete die Tür und machte einen Schritt hinaus. Das war keine besonders gute Idee. Die Treppe war inzwischen vereist und schwupp …. Rutschte sie erneut aus. Aber dieses Mal hatte sie dann doch wirklich endlich mal Glück an diesem denkwürdigen Tag, denn sie  fiel sanft.

Die starken Arme ihres Sohnes fingen Sie auf:

“Hallo Mama, so war das aber mit dem guten Rutsch so gar nicht gemeint!”, lachte er fröhlich und gut gelaunt. “Ich wurde doch nicht im Dienst benötigt, daher habe ich es doch noch geschafft! Und schau mal bitte, ich hab uns eine große Tüte Krapfen mit unterschiedlichen Füllungen mitgebracht! Ist das was oder ist das was?”

Das große Herz von Mama Marie Luise machte einen gewaltigen Freudensprung.

“Hör mir bloß auf von wegen guten Rutsch! Das Motto meines Tages lautete heute bisher wohl: „Eine Rutschpartie ist lustig.“ Eines hat sich jedoch wieder mal absolut bewahrheitet, nämlich dass alle guten Dinge drei sind“, berichtete sie mit einem glücklichen Lachen.

„Und am besten rutscht es sich immer noch, wenn die Familie mit dabei ist!”

Eine Rutschpartie ist lustig

Von Herzen gerne wünsche ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge 2022 Covid vom Erdboden verschwinden und wieder Normalität in unseren Alltag zurückkehren!

Toi toi toi wünscht

Euer „alter“ Mann

Werner Michael Heus

 

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