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Die fliegende dreistöckige Weihnachtskrippe

* Liebe Leserinnen, liebe Leser *

Unsere Sprache ist ja nun die Grundlage für die Kommunikation mit – und untereinander. Die verschiedenen Dialekte in unserer deutschen Sprache kennzeichnen bestimmte Regionen und die Vielfalt der Sprache. Einzelne Wörter können durch den Dialekt bzw. die Aussprache zu kleinen Verwirrungen und gelegentlich auch zu echten Schmunzlern führen.

Den nachfolgenden Text  diktierte das fünf Jahre alte Fritzchen aus einem malerischen Ort im schönen Sachsen, wo nicht nur die schönsten Mädchen, sondern auch die pfiffigsten Kinder wachsen, seinem Vater für einen ganz besonders wichtigen Brief an das Christkind:

Liebes liebes Christkind,

auch in diesem Jahr ist mir ja wieder so einiges passiert, sowohl im Kindergarten als auch zu Hause. Und heute muss ich mich bei dir ganz dolle entschuldigen.

Meine Mama hat gestern etwas von einer Grippe erzählt, während sie einen Karton, den sie vom Dachboden geholt hatte, von allen Seiten betrachtete.

“Ist da die Grippe drin?” habe ich gefragt und meine Mama antwortete:

“Ja mein liebes Fritzchen und in diesem Jahr darfst du sie auspacken!”

Also ganz ehrlich, liebes Christkind, ich war doch nu gar nicht so frech, als dass ich eine Grippe verdient hätte, dachte ich so bei mir.

Ich nahm also diesen Karton und überlegte, was ich damit machen könnte.

Auspacken? ne, ne auspacken würde ich den Karton ganz bestimmt nicht!

Ich erinnere mich noch allzu schlecht an die Grippe, die ich im vorherigen Jahr hatte. Und das brauche ich nicht noch einmal. Und schon gar nicht vor Weihnachten!

Aus lauter Angst vor der Grippe nahm ich den Karton und warf ihn im hohen Bogen aus dem Fenster hinaus! Wie du ja sicher weißt, wohnen wir im dritten Stock. Ich kann dir sagen, nu das schepperte aber sowas von und ich freute mich, dass die olle Grippe kaputtgegangen war.

Meine Mama freute sich allerdings so gar nicht.

Sie schlug die Hände vor den Mund, schimpfte wie ein Rohrspatz, was sie nur sehr selten tat und lief dann eilig zur Straße, um den Karton wieder nach oben zu holen.

“Was hast du denn Mama?”, fragte ich unschuldig “bist du nicht auch froh, dass die Grippe kaputtgegangen ist? Wir wollen doch wohl nicht gerade vor Weihnachten noch alle krank werden, oder?” Ich war wirklich ebenso ahnungs- wie ratlos.

In diesem Moment verstand meine Mutter meine Verwirrung:

“Nicht GRIPPE, mein kleiner Schatz!, sondern KRIPPE!”, und obwohl sie sehr traurig darüber war, dass die schöne Krippe kaputt oder wohl zumindest stark beschädigt sein wird, musste sie jetzt auch ein bisschen über meine Verwirrung lächeln.

Wir packten die Krippe zusammen aus und schauten uns die ganze Bescherung an:

Der Josef hatte seinen Kopf verloren, die Futterkrippe, in der das Jesuskind liegen sollte, bestand nur noch aus Einzelteilen, einer der Schäfer hatte seinen Stock mit samt dem ganzen Arm verloren und die Geschenke, die die Heiligen Drei Könige wohl dabei gehabt hatten, waren mehr oder minder unkenntlich geworden.

Mir wurde ganz flau im Magen, als ich bemerkte, dass meine liebe Mutti Tränen in den Augen hatte.

“Das kriegen wir schon wieder hin!, Mama”, sagte ich voller Hoffnung und Tatendrang, holte eine Tube Uhu Kleber und kramte in meiner Spielzeugkiste und in Mamas diversen Schubladen in der Küche und im Flur.

Wundere dich also bitte jetzt nicht, dass der Kopf von Josef ein bisschen so aussieht wie der von Pan Tau und du in einer leeren, aber sehr schön bunt bemalten, Käseschachtel liegen tust, die ich auch sorgfältig mit Tempo-Taschentüchern ausgepolstert habe, denn die sind ja doch viel weicher als Stroh und kitzeln auch nicht so.

Der Schäfer hat jetzt statt des Stocks die magische Hand und den Zauberstab von Merlin und die Heiligen Drei Könige haben nun so richtig coole Geschenke für dich dabei:

Ein Marzipanschweinchen, ein Kaugummi und einen Legostein. Balthasar konnte leider nur einen Legostein tragen, aber du kannst dir so viele aus meiner Lego-Kiste nehmen, wie du nur magst und es dir gefällt.

Um ganz ehrlich zu sein, finde ich ja, dass die Krippe jetzt sogar noch etwas schöner aussieht als vorher und hoffe, dass du nicht böse bist.

Ich bitte, wenn überhaupt, dann um milde Bestrafung, gelobe Besserung und werde ab sofort immer genau hinhören, wenn meine liebe Mutti etwas sagt und wenn ich etwas nicht verstehe, dann frage ich eben einfach nochmal nach.

Falls du trotzdem traurig sein solltest, lege ich dir ein frisches Taschentuch anbei. Ganz liebe Grüße sendet dir

Dein Fritzchen

Und was ist die Moral von der Geschicht?

Eine deutliche Aussprache hat großes Gewicht!

Wie auch immer Ihr Euch fühlt und wo auch immer Ihr seid,

ich wünsche Euch eine gesunde & fröhliche Vorweihnachtszeit.

Euer „alter“ Mann

Werner Michael Heus

 

 

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