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Ehrentag für Oma und Opa 2020

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am Donnerstag, dem 12. November ist weltweit:

Ehrentag für Oma und Opa 2020

Dieser Tag berührt mich persönlich ganz besonders, denn ich erachte ihn einerseits als überflüssig, denn Oma und Opa sind ganz sicher einer wesentlicher und wichtiger Bestand unserer Gesellschaft seit ewigen Zeiten und heutzutage wahrscheinlich mehr denn je und andererseits finde ich es wieder perfekt, dass irgend jemand diesen Tag zu Ehren von Opa und Oma ins Leben gerufen hat.

Was wäre denn eine Familie mit Kindern, wo beide Elternteile arbeiten ohne Oma und Opa?, nur um mal ein Beispiel zu nennen.

Ich selbst habe große Teile meiner Kindheit und Jugend bei den Großeltern zugebracht, nein, ich müsste schreiben, zubringen dürfen und rückblickend war es das Beste, was mir passieren konnte. Nicht nur, dass ich wohlbehütet war, nein, ich habe viel von der Lebenserfahrung der beiden für mein eigenes Leben profitieren können.

 

Mein Großvater war ein, so würde man heute sagen, „Malocher„, der eine gute Rente hatte und trotzdem als über 70-Jähriger noch unter LKWs gelegen und die repariert hat.

Schon als 12-Jähriger durfte ich ihn oftmals begleiten und habe mir zusätzliches Taschengeld verdienen können.

 

Meine Großmutter war Schneiderin, im ganzen Ort bekannt und beliebt.

Sie war eine wahre Seele von Mensch, die jederzeit, egal auf welche Frage auch immer, eine verständliche, für mich nachvollziehbare Antwort hatte!

Ich habe mich immer so richtig geborgen gefühlt, das gab es leider nie mehr im Verlaufe meines bisherigen Lebens.

Meine Großmutter war ihr gesamtes Leben lang mit allem zufrieden. Sie ließ es sich kaum anmerken, wenn sie verletzt war, aber ich bemerkte es schon als kleiner Junge. Als ich etwa 15 Jahre alt war, durfte ich sie darauf ansprechen und sie vertraute sich mir an, was mir unsagbar viel bedeutet hat. 

 

Auch an die Großmutter meiner ersten Frau erinnere ich mich immer wieder sehr gerne.

Ihr Haus stand auf einem riesigen Grundstück, welches zum Teil an einem recht steilen Bahndamm gelegen war. Es bestand zu einem Großteil aus Grasfläche. Der Mann, der es sonst dort mähte, war krank und so bot ich mich an, es zu tun. Das lehnte sie vehement ab.

Da sie jedoch regelmäßig einen längeren Mittagsschlaf machte, ging ich eines schönen Tages in die Scheune, schliff die Sense und kurz bevor sie wach wurde, war ich mit dem Mähen fertig. Ich sehe heute noch die großen Kulleraugen.

Tja, es hat doch auch Vorteile auf dem Land aufgewachsen zu sein und den Umgang mit einer Sense noch gelernt zu haben!

Schön finde ich es, wie russische Menschen ihre Großeltern verehren und alleine schon das Wort: Babuschka für Großmutter hat für mich einen irgendwie ehrfürchtigen, wie auch melodischen Klang. Der Vollständigkeit halber: der russische Großvater wird „Deda“ genannt.

Heute, wo ich selbst schon 4-facher Großvater bin, genieße ich dieses „Opa oder Opi ist da!“ um ganz ehrlich zu sein in vollen Zügen.

Die aktuelle Generation der Oma`s und Opa`s hat zu einem großen Teil den Wandel der Zeit aktiv genutzt und so manches Enkelkind ist erstaunt, wie Oma und Opa mit einem Smartphone oder einem Notebook umgehen und zeigen, wo im Internet „der Hammer hängt“.

Ich wünsche allen Oma`s und Opa`s von Herzen gerne stets und immer, also nicht nur am heutigen Tag, Wertschätzung und den nötigen Respekt zu bekommen, sowie uns allen einen wunderschönen Herbst mit vielen Glücksmomenten

Euer „alter“ Mann

Werner Heus

 

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