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Appell zum Tag des Artenschutzes 2021

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am Mittwoch, dem 3. März, ist der:

Tag des Artenschutzes 2021

Weltweit sind aktuell rund 5.600 wild lebende Tierarten und 30.000 Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES

(Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora)

aus dem Jahr 1973 ist der Auslöser für diesen Tag des Artenschutzes gewesen, dem Deutschland 1976 beigetreten ist.

Durch dieses Abkommen sollen bedrohte wildlebende Tier- und Pflanzenarten geschützt werden, die in der Regel durch Handelsinteressen gefährdet sind.

Zusätzlich sind viele Arten mittlerweile durch illegale Entnahmen aus der Natur und durch die Veränderungen der Lebensräume durch den Menschen bedroht.

In Deutschland ist jede dritte Tier- und Pflanzenart in ihrem Bestand gefährdet. Bei den Wirbeltieren sind es zwei von drei Arten, dazu sind viele Arten vom Aussterben bedroht.

 

Wie vielfältig unsere Wälder sind, beweisen 1.215 Pflanzenarten, darunter alleine schon 76 Baumarten. Und unter den 6.700 Tierarten befinden sich aktuell auch wieder Tiere, die hierzulande oft schon seit Jahrhunderten ausgerottet waren.

Der Wald beherbergt wieder etwa 5.000 Wildkatzen und über den Baumwipfeln kreisen auch wieder einige Schwarzstörche.

Der Aktionstag weist mit verschiedenen Veranstaltungen auf die Schutzbedürftigkeit bedrohter wildlebender Tiere und Pflanzen hin, deren Fortbestand durch das CITES-Abkommen gewährleistet werden soll.

Neben dem Schutz bestimmter, aufgrund ihrer Gefährdung als schützenswert erachteter, wild lebender Tier- und Pflanzenarten in ihrer natürlichen und historisch gewachsenen Vielfalt umfasst der Artenschutz auch die Pflege durch uns Menschen.

Dadurch unterscheidet sich der Artenschutz vom Tierschutz, bei dem Menschen das individuelle Tier um seiner selbst willen schützen wollen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte 2020 eine DreiPunkteStrategie für den Artenschutz!

Konsequente Anwendung der bestehenden Gesetze und besserer Artenschutz in Deutschland anstatt weiterer Vernichtung von Lebensräumen durch konträre Infrastrukturmaßnahmen und eine Intensivlandwirtschaft 

Ebenso konsequente Unterstützung einer ambitionierten EU-Biodiversitätsstrategie, die mehr Naturschutzgelder bereithält, Naturschutzrecht tatsächlich und konsequent umsetzt, sowie Natur– und Klimaschutz in Einklang bringt 

und ambitionierte internationale Ziele zum Artenschutz, welche dem Klimawandel, dem völlig ungezügelten Rohstoffverbrauch, industrieller Landwirtschaft und Lebensraumzerstörung weltweit entgegentreten

Was macht unsere Regierung?

Drei Millionen Euro stellt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUB) daher für Projekte in Afrika und Asien, um dieser Entwicklung entgegenzutreten.

Diese Mittel wurden erstmals im Jahr 2015 bewilligt, um den Schutz Afrikanischer Elefanten und Nashörner zu verbessern. Damit werden auch Ziele des Koalitionsvertrags erfüllt, sich verstärkt für den Schutz der Wildtiere einzusetzen, um sie für die Menschen vor Ort und zukünftige Generationen zu erhalten.

Davon werden 2,5 Millionen Euro in Partnerschaft mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Umsetzungspartner investiert und 500.000 Euro wurden dem afrikanischen Fonds zum Schutz des Afrikanischen Elefanten zur Verfügung gestellt.

Der deutsche Zoll überwacht zum Schutz von Fauna und Flora die Einhaltung der gesetzlichen Ein- und Ausfuhrregelungen im internationalen Warenverkehr.

Arten geschützte Tiere und Pflanzen sowie daraus hergestellte Waren, die verbotswidrig bzw. ohne die erforderlichen Dokumente ein- oder ausgeführt werden, werden von den Zollbehörden beschlagnahmt. Hierbei ist es unerheblich, ob die Waren privat oder gewerblich, im Reiseverkehr, im Postverkehr oder auf anderen Transportwegen verbracht werden.

Der Raubbau an der Erde muss ein Ende haben!

Die Forderung des WWF, dass die Regierungschefs den Erhalt der Biodiversität genauso wie den Klimaschutz zur Chefsache machen, kann ich absolut nachvollziehen.

Gespannt sehe ich der neuen 10-Jahresstrategie der UNBiodiversitätskonvention (CBD), die auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz (CoP15) im Mai 2021 in China verhandelt werden soll, entgegen.

In der Wunscherwartung aller Menschen, die sich weltweit für den Artenschutz einsetzen, steht eine große Weichenstellung an. Bis zum Jahr 2030 sollen alle Länder in Richtung eines Lebens

in Harmonie mit der Natur

gebracht werden.

Im Vorfeld dieser Vertragskonferenz wird außerdem ein großer UN-Biodiversitäts-Gipfel erwartet.

Der WWF fordert dafür, dass sich die Staats- und Regierungschefs bereits dort zu konkreten Maßnahmen verpflichten, mehr für den Schutz der Artenvielfalt zu tun, indem sie unter anderem bessere und wirkungsvollere Gesetze schaffen, die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln fördern, Natur-schädliche Subventionen abbauen und die Finanzierung von Schutzgebieten steigern.

Persönlich sehe ich gerade in der Rückkehr einiger in unserem Land ausgestorbener Wildtierarten wie Biber, Fischotter und auch dem Wolf eine große Chance für den Naturschutz und die Biodiversität!

Das sind in meinen Augen doch echte Steilvorlagen für die Politik, die nun nur noch klug reagieren muss. Dafür appelliere ich an dieser Stelle in aller Form.

Uns allen wünsche ich von Herzen gerne, dass wir recht bald wieder die Natur in vollem Umfang genießen können.

Auf das wir alle von dem ollen Virus und seinen Mutanten verschont bleiben, sind meine Daumen voll doll gedrückt. Toi toi toi wünscht

Euer „alter Mann“

Werner Heus

 

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