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Kritische Gedanken zum Welt-Lepra-Tag 2020

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am heutigen Sonntag, dem 26. Januar, ist:

Welt-Lepra-Tag 2020

Für mich persönlich liest es sich Jahr für Jahr immer wieder erschreckend, dass es in unserem Zeitalter überhaupt noch Lepra gibt und nicht nur das:

die Zahlen an Neuerkrankungen steigen ständig!

Mehr als 230.000 waren es im Jahr 2018, damit mindestens 12.000 mehr als im Jahr davor. Aktuell sind es immer noch rund 200.000! Das ist bei einer bereits aus biblischen Zeiten bekannten Krankheit durchaus ernst zu nehmen.

Positiv anzumerken ist jedoch, dass aufgrund guter medizinischer Erfolge alleine die Zahl erkrankten Kinder um 3 Prozent auf 18.200 zurückgegangen ist und die Zahl sichtbarer Behinderungen, die bereits während der Diagnose aufkamen, sogar um fast 9 Prozent auf „nur“ noch 12.800 Erkrankte.

Diese Werte beruhen auf die weltweit hervorragende Lepra-Kontrollarbeit.

Im Jahr 1954 von dem „Apostel“ der Leprakranken, Raoul Follereau, ins Leben gerufen, ist der WeltLepraTag heute in mehr als 130 Ländern der Erde fester Bestandteil, um auf auf das Schicksal der Betroffenen aufmerksam zu machen, denn der

Kampf gegen Lepra ist auch ein Kampf gegen Vorurteile!

 

 

Ebenso erschreckend ist auch die Anzahl an Menschen, die nach einer erfolgreichen Therapie dann letztendlich doch durch die Spätfolgen einer früheren LepraErkrankung teils schwerste Behinderungen erleiden.

Wenn Lepra rechtzeitig erkannt wird, ist sie ohne Folgen heilbar. Haben die Bakterien jedoch die Nerven schon zu stark geschädigt, bleiben oft schwere Behinderungen! Typisch sind dabei Verstümmelungen an Armen und Beinen!

  Betroffene werden noch immer ganz häufig gemieden, regelrecht diskriminiert, von ihrem Arbeitgeber entlassen und sogar aus dem Familienverbund verstoßen.

 

 

Weltweit sind davon rund vier Millionen Menschen betroffen.

Bei Reihenuntersuchungen wurden alleine in Indien im Rahmen der Polio-Impfungen mehr als 30.000 neue Lepra-Erkrankungen festgestellt! Ohne die Diagnose wäre die Krankheit wohl erst nach ihrem Ausbruch festgestellt worden, was dann in der Folge wiederum zu einer stark erhöhten Ansteckungsgefahr für andere Menschen geführt hätte.

Das zeigt deutlich, dass noch viel mehr unternommen werden muss, um die Lepra endgültig zu besiegen. Eine Impfung zur Heilung der Krankheit wäre ein großer Schritt auf diesem Weg, jedoch die hohen Kosten für die Erforschung einer derartigen Impfung sind kaum zu finanzieren.

Prophylaxe, wie beispielsweise ein vorbeugendes Medikament, welches die Ansteckungsgefahr verhindern oder zumindest verringern könnte, ist laut Auskunft der Fachleute weniger kostenintensiv und daher leichter umzusetzen.

Die DEUTSCHE LEPRA- UND TUBERKULOSEHILFE E.V. (DAHW)

erforscht seit geraumer Zeit in Tansania eine mögliche Prophylaxe und weitere Teams erforschen das gleiche Mittel in witeren anderen gefährdeten Ländern.

Wenn alles planmäßig verlaufen sollte, werden wir nun endlich im Laufe diesen Jahres wissen, ob dieses Mittel erfolgreich eingesetzt werden kann, was ein weiterer Meilenstein in der Geschichte dieser Erkrankung sein würde.

Wem das Schicksal von Lepra betroffener Menschen am Herzen liegt, ist bei der DAHW jederzeit willkommen, denn es wird Hilfe gebraucht!

Ob als Spende oder als ehrenamtliches Engagement ist klares Ziel, dass weniger Menschen an Lepra und deren Folgen leiden müssen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen von Herzen gerne möglichst den Gesundheitszustand in einem erträglichen Maß halten zu können und einen erholsamen Wintertag.

Euer „alter Mann“

Werner Heus

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